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Ministerin Taubert beim Gemüseschnippeln

Ministerin Taubert im KOCHHAUS 2

Foto: J. Piper

Ministerin Taubert im KOCHHAUS 3

Foto: J. Piper

Ministerin Taubert im KOCHHAUS 4

Foto: J. Piper

Heike Taubert, Thüringens Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit informierte sich über das Engagement des Kochhauses und der Anlauf- und Koordinierungsstelle für Gesundheitsbewusstes Leben des HORIZONT e.V. in Sachen Förderung gesunder Lebensweise.

HORIZONT-Geschäftsführer René Kübler begrüßte neben der Ministerin Landrat Joachim Claus, die Nordhäuser Oberbürgermeisterin Barbara Rinke, die Beigeordnete des Landkreises Loni Grünwald, Bürgermeister Matthias Jendricke und weitere Vertreter der Verwaltungen. Wie die Arbeit mit Schulen und Kindertagesstätten abläuft, erlebte Heike Taubert ganz praktisch in der Küche des Kochhauses. Hier bereiteten Hortkinder der Grundschule Heringen leckere, lustige und vor allem gesunde Gesichter- und Schildkrötenbrötchen zu – mit viel Obst und Gemüse. Während ihres Projekttags in den Ferien lernten die Heringer Hortkinder nicht nur viel über gesundes Essen und wie man es zubereitet, sondern bewegten sich auch. In der Turnhalle der nahen Berufsschule holten sich die Jungen und Mädchen Appetit fürs Mittagessen und traten im Wettlauf gegen die Politikerriege an.

Mit solchen Projekttagen in der Küche des Kochhauses, vor Ort in den Schulen und Kitas oder in Kochkursen mit der Kreisvolkshochschule: die AnGeL setzt an vielen Stellen an, um zum gesunden Leben zu motivieren. „15 Prozent der Kinder in Deutschland sind übergewichtig, sechs Prozent sogar adipös“, sagte René Kübler. Die Einschulungsuntersuchungen zeigten, dass dies auch im Landkreis Nordhausen nicht anders sei. „Deshalb haben wir vor fünf Jahren entschieden, uns als regionaler sozialer Akteur diesem Thema stärker zu widmen.“ Als einziges Projekt in Thüringen hatte sich 2006 die AnGeL als eines von bundesweit 24 Modellprojekten im Wettbewerb „Besser essen. Mehr bewegen. Kinderleicht Regionen“ durchgesetzt. „Bis jetzt haben wir mit 31 Kitas, allen Grundschulen im Landkreis und drei Förderzentren Projekte durchgeführt“, zog Silke Schulze von der AnGeL eine kurze Bilanz. Ziel sei eine „breite Ernährungs- und Gesundheitsaufklärung und -erziehung“. Man setze eben nicht nur bei den Kindern an, sondern beziehe auch die Erwachsenen ein, biete beispielsweise Kochkurse mit den Eltern und Weiterbildungen für Lehrer an. „Es nützt eben nichts, den Kindern eine Gurke vorzusetzen und zu sagen, die ist gesund“, so Silke Schulze. Hier sei eine „Kompetenzentwicklung“ ganz wichtig, vor allem vor dem Hintergrund, dass viele Kinder Rituale wie das gemeinsame Essen zuhause nicht mehr immer erleben. „Deshalb sind solche Projekte ganz wichtig“, sagte Heike Taubert. Die Geschmacksbildung fange schon früh im Leben an und deshalb sei es gut, bereits vor der Schule über gesunde Ernährung aufzuklären. „Jeder kann sich sein Essen selbst kochen, dass muss keinen Mehraufwand bedeuten und ist auch bei begrenzten finanziellen Mitteln möglich“, meinte die Ministerin. „Gesundheit und Arbeitslosigkeit ist meines Erachtens eine Thematik, die man noch weiter beleuchten sollte“, sagte Landrat Joachim Claus. Beide Schulträger, Stadt und Landkreis, zahlen einen Zuschuss zum Mittagessen in der Schule, um eine warme Mahlzeit möglichst vielen Kindern zu ermöglichen. Dazu gehörten auch ordentliche Bedingungen und keine Speiseräume im Keller, wie es früher oft gewesen wäre, so OB Barbara Rinke. Ihr war es wichtig, bei den Schulsanierungen auch die Bedingungen für das Mittagessen zu verbessern – wie im neuen, hellen Speisepavillon in der Albert-Kuntz-Grundschule in Nordhausen-Salza, wo sich die Ministerin bei Hühnerfrikassee mit Reis selbst davon überzeugte, wie gut das Essen aus dem Kochhaus schmeckt.

Was in der AnGeL gelehrt wird, wird im Kochhaus gelebt. Die Küche liefert täglich das Essen für 2.500 Kinder in Schulen und Kitas, zusätzlich essen rund 500 Leute jeden Tag in der Kantine. „Damit sind wir Marktführer und darauf sind wir auch stolz“, so Oliver Genzel, Fachbereichsleiter Gesundheit und Bürgerschaftliches Engagement. „Wir sind die erste Küche in der Region, die die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung umsetzt.“ Auf dem Speiseplan stehen frisches Obst und Gemüse, die Produkte kommen aus der Region und beim Kochen werden Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe vermieden. „Mit AnGeL und Kochhaus ist hier etwas Besonderes entstanden. Ich sehe uns als Stadt und Region der Gesundheit“, ist René Kübler überzeugt. Im Oktober läuft die Bundesförderung für die AnGeL endgültig aus. Trotzdem soll das Projekt unter Schirmherrschaft des Sozialministeriums mit Unterstützung von Stadt und Landkreis und möglichst mit weiteren Sponsoren fortgesetzt werden.

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